So entsteht eine gesunde Gaming-Community

So entsteht eine gesunde Gaming-Community

Das Internet hat die Welt näher zusammengebracht. Wir finden neue Freund*innen in der Lobby unseres Lieblingsshooters und vernetzen uns mit Gleichgesinnten über Chatkanäle. Aber schon ein ungelöster Konflikt genügt, um die heile Welt zum Einsturz zu bringen. Deshalb haben wir Community-Manager*innen vom großen Magazin bis zum kleinen Blog gefragt, wie sie es geschafft haben, eine gesunde Community aufzubauen.

Ein Wohlfühlort mit klaren Werten

"Das wichtigste beim Aufbau sind Zeit und Geduld", sagt Marilyn Marx. Sie ist Leiterin des Community-Managements für GameStar, GamePro und MeinMMO und unter anderem für die Moderationsstrategie dieser Plattformen verantwortlich. Immerhin einige der größten deutschsprachigen Gaming-Magazine. Selbst da müsse man die "Menschen erstmal davon überzeugen, dass man einen Ort bieten kann, an dem nicht nur die eigenen Interessen ausgelebt werden können, sondern sich auch Gleichgesinnte befinden, mit denen man in guter Gesellschaft ist."

Einen solchen Wohlfühlwort aktiv zu pflegen sei die Aufgabe des Community-Managements. "Das heißt, dass nicht nur Spielregeln aufgestellt werden müssen, sondern auch eine rege Interaktion zwischen Betreiber und Community stattfinden muss", sagt Marx. Wer eine Community aufbaut, muss also selbst Teil davon sein. Doch je größer die Community wird, desto schwieriger wird es, den Wohlfühlort zu erhalten. Denn: "Wo viele Menschen zusammenkommen und über eine Leidenschaft sprechen, gibt es auch mal Uneinigkeit und Streit“, sagt Marx.

Dafür braucht man Geduld, sagt auch Manuel Fritsch, Mitgründer des Podcasts Insert Moin. Auf dessen Discord-Server tummeln sich immerhin über tausend Hör- und Unterstützer*innen. Eine gesunde Community braucht daher klare Werte. Laut Fritsch muss man sich als Betreiber*in fragen: "Für was steht dein Projekt, für welche Werte trittst du ein? Meiner Meinung nach spiegelt sich das sofort in der eigenen Community wieder. Wenn man Dinge nicht klar benennt und sagt, was OK ist und was nicht, kann man toxische Entwicklungen auch im Nachhinein nicht mehr einfangen."

Christina Kutscher

Christina Kutscher

Christina ist Literaturwissenschaftlerin und freie Journalistin. Als Dozentin lehrt sie an der Schnittstelle von Medienwissenschaft, Vermittlung und Rezeption von Videospielen und Memes. Sie hat Debuff mitgegründet.
Florian Zandt

Florian Zandt

Florian war mal Redakteur für ein Musikmagazin, freier Autor für Games und Netzkultur und Datenjournalist. Jetzt ist er Tech-Redakteur bei t3n und leitender Redakteur bei Debuff.
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Daniel Ziegener

Daniel Ziegener

Daniel war jahrelang freier Autor beim Spiegel, GameStar und Co. Heute ist er Redakteur bei Heise Online – und nebenbei leitender Redakteur von Debuff.
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