Eurojank pfeift auf Perfektion

Eurojank pfeift auf Perfektion

Geht man nur danach, wie viel gespielt wird, geht es der osteuropäischen PC-Spieleszene in den 2000ern gut. Aufgrund ökonomischer Verhältnisse und fehlender Beachtung vom Rest der Industrie sind Raubkopien die erste Wahl für einen Großteil der Spieler*innen. In diesem Markt machen sich zum Beispiel CD Projekt, die später mit der Witcher-Reihe weltberühmt werden, mit dem Vertreiben von Spielen mit aufwendiger Lokalisation und großzügigen Goodies einen Namen, um Spieler*innen trotzdem noch zum Kauf zu bewegen. Im Fall der polnischen Variante von Baldur’s Gate sind das beispielsweise "eine mit Wachs versiegelte Pergamentkarte, ein lokal beschafftes Dungeons & Dragons-Regelbuch und eine Audio-CD", wie Eurogamer in seiner Historie des Spielestudios beschreibt.

Unter den vielen Konsumenten*innen finden sich auch kreative Köpfe, die selbst ihre Ideen umsetzen möchten. Nur leider ist das einzige, was aufgrund des mangelnden Zugangs zu technologischen Fortschritten noch lange fehlen wird, Expertise. Diese zirkuliert im "Westen", also in Ländern wie den USA, Kanada oder dem Vereinigten Königreich, wo mit Titeln wie Half Life 2, Grand Theft Auto 3, Morrowind oder Doom 3 Jahr für Jahr Mainstream-Spiele neue Maßstäbe in Sachen Technik und Innovation setzen.

Lena Maximilian Siess

Lena Maximilian Siess

Lena kommt von Videospielen nicht weg. Als freie Autorin schrieb sie für Magazine wie GamePro und GAIN Magazin. In Podcasts und auf ihrem YouTube-Kanal "Gescheit Gespielt" spricht sie über wenig anderes. Und sie programmiert manchmal auch welche.
Innsbruck